Seminar / Workshop

Kolorieren

Sonntag

Die hier besprochenen Methoden lassen uns bewusster gestalten und führen zu einer ausdrucksstarken, farbigen Interpretation.

 

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Bei guten Pianisten können wir gar nicht anders, als ihrem Spiel gespannt zuzuhören. Es klingt so farbig, so singend und erzählend, dass sich uns das von ihnen gespielte Stück ganz selbstverständlich erschließt. Das stete Wechselspiel von Spannung und Entspannung, von auf und ab, von vor und zurück beherrschen sie in Vollendung. Durch CD-Aufnahmen sind wir heutzutage in der Lage, das eindrucksvolle Spiel dieser Pianisten beliebig oft anhören und von ihnen lernen zu können. 

Durch spannende Interpretationsanalysen entdecken wir Phrasierungsprinzipien, die wir für unser eigenes Üben nutzen und die uns bei der Bildung einer Klangvorstellung helfen. Schließlich können wir nur dann zielgerichtet und effizient üben, wenn wir uns bewusst sind, was wir ausdrücken möchten und wie wir dies ausdrücken können.

Im Modul „Kolorieren“ lernen wir Methoden kennen, mit deren Hilfe wir zu einer plastischen und farbenreichen Phrasierung gelangen. 

 

Phrasierung visualisieren

Wie auch im Modul „Balancieren“ machen wir sichtbar, was wir hören. Durch die bildhafte Darstellung des Spiels von Meisterpianisten werden wir uns bewusst, wie sie dynamisch und agogisch gestalten. Wir nehmen uns ihr Spiel zum Vorbild und versuchen am Instrument, ihre Phrasierung zu imitieren. 

Durch diesen modellhaften Prozess leben wir uns in die Gestaltungswelt von Meisterpianisten ein, wir schulen unser Gehör und verfeinern unsere musikalische Wahrnehmung. 

 

Klangvorstellung präzisieren

Aus den unterschiedlichen Beispielen lösen wir ein Repertoire grundlegender Gestaltungsoptionen heraus, z.B. Wege, Höhepunkte zu modellieren, crescendi zu konstruieren, Fluss zu erzeugen, usw. Diese Gestaltungsoptionen, die weit über die im Notentext stehenden Anweisungen hinausgehen, dienen uns als Leitfäden bei der Entwicklung einer Interpretation. So einfach die Gestaltungsoptionen auf den ersten Blick auch scheinen mögen, durch sie öffnet sich uns ein schier unendlicher Raum für kreatives Üben. Unsere Klangvorstellung wird feiner und unser Spiel interessanter und ausdrucksreicher.

 

Interpretationsidee realisieren

Anhand zahlreicher Werke unterschiedlicher Stilepochen erproben wir die verschiedenen Gestaltungsoptionen am Instrument. Wir lernen Methoden kennen, mit deren Hilfe wir unsere Interpretationsideen am Klavier umsetzen können, z.B. mit der Methode „Mikrodynamik“ oder auch mit der „Reduktionsmethode“. 

 

Die im Kurs vorgestellten Techniken sind mächtige Gestaltungswerkzeuge, die für jeden erlernbar sind. Durch sie lernen wir, bewusster zu gestalten, sie bilden einen wichtigen Baustein zu einer fundierten und umfassenden Klaviertechnik.

 

Besonderes Augenmerk legen wir auch in diesem Kurs auf didaktische Hinweise, sodass die Techniken erfolgreich im eigenen Unterricht eingesetzt werden können.