Seminar / Workshop

Lernstandsanalyse

Aufbauseminar II

 

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Für gutes, d.h. effizientes und erfolgreiches Üben sind verschiedene Faktoren von Relevanz. Natürlich sollten wir versuchen, konzentriert, mit möglichst wenig Fehlern zu üben und dabei innere und äußere Parameter mit einzubeziehen. Ebenso wichtig wie eine gute Ausführung des Übens ist eine gute Planung, d.h. die Wahl geeigneter Übemethoden und Übeintensitäten. Stellen wir uns einen Moment lang vor, wir stehen vor der Aufgabe, ein Haus zu bauen. Es macht wenig Sinn, besonders viel Zeit darauf zu verwenden, die Dekoration des Dachateliers voranzutreiben, wenn noch nicht einmal das Fundament des Hauses steht. Übertragen auf instrumentales Üben ist die Entwicklung und Ausarbeitung einer Interpretation natürlich kein linearer, sondern ein fluider und zudem auch recht persönlicher Prozess. Dennoch ist neben einer guten Ausführung der eingesetzten Übemethoden deren Auswahl von entscheidender Bedeutung. Die Lernpsychologie bezeichnet dies als ‚metakognitive Lernstrategie‘. Auf welcher Grundlage treffen wir die Entscheidung, welche Übemethoden wir wann einsetzen? Um zu erkennen, welcher Übungsschritt als nächstes den größten Nutzen bringt, müssen wir unseren Lernstand so präzise wie möglich einschätzen können. Darum geht es bei den Lernstandsanalysen: zu erkennen und zu beschreiben, wo wir in der Arbeit mit einem Satz gerade stehen, welche der vielfältigen Aufgaben wir bis zu welchem Grad bereits gelöst haben und welche Aufgaben wann anstehen. Lokale Lernstandsanalyse Als ‚lokale Lernstandsanalyse‘ bezeichnen wir jene Analyse, die sich auf das konkrete Werk bezieht, das wir gerade üben. Globale Lernstandsanalyse Dem gegenüber steht die ‚globale Lernstandsanalyse‘, die sich nicht auf die Arbeit an einem bestimmten Werk, sondern die sich allgemein auf den spieltechnischen, künstlerischen oder musikalischen Entwicklungsstand bezieht. Die Einschätzung des Lernstands ist nicht nur im Hinblick auf das eigene Üben wichtig und notwendig. Sie ist eine Voraussetzung dafür, einen Schüler anleiten und weiterbringen zu können. Sowohl die lokale, als auch die globale Lernstandsanalyse möchten dabei im Blick behalten werden. Arbeiten wir mit einem Schüler beispielsweise über lange Zeit hinweg zusammen, dann kann erfahrungsgemäß die Gefahr bestehen, dass wir das Spiel dieses Schülers nicht mehr mit der nötigen Objektivität beurteilen, dass uns womöglich Schwächen verborgen bleiben, da wir bei diesem Schüler daran gewöhnt haben Aus diesem Grund ist es hilfreich, sich in seiner Wahrnehmung des Schülers immer wieder in eine unvoreingenommene, möglichst objektive Perspektive zu begeben. Checklisten zur globalen und lokalen Lernstandsanalyse, die wir anhand zahlreicher Beispiele im Seminar entwickeln werden, sind ein nützliches Hilfsmittel.